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13.05.2018: Concert with Homburg Symphony Orchestra (Jonathan Kaell, conductor) in Homburg, Germany. Piano concerto n. 2 Op. 102 by Dimitri Shostakovich.

 

17.05.2018: Concert with a. o. M. Trapp, H. Fuhlbom and Ch. Nagel at University of Music Freiburg. Works by George Antheil, Eric Satie and Morton Feldman

 

20.05.2018: Recital at "Mostra Sonora" in Sueca, Spain. Works by C. Czernowin, J. M. López López, R. Lazkano, M. Trillo-Figueroa and G. Scelsi.

 

 

 


 

May 13th: Concerto n. 2 op. 102 by D. Shostakovich

Homburg Symphony Orchestra / J. Kaell

 

   

CD-Review at "Klassik-Heute"

   

Maurice Ravel

Künstlerische Qualität:
Künstlerische Qualität: 10

Klangqualität:
Klangqualität: 10

Gesamteindruck:
Gesamteindruck: 10

Besprechung: 22.12.17

Klassik Heute
Empfehlung

 

Alien Sound & Art ASA-10003

1 CD • 74min • 2016

 

Rätselhaft, minimalistisch, sphärisch, exzentrisch, funkelnd, tief berührend, artifiziell...- man erliegt bei Ravels Musik nicht selten der Verführung. Liegt es an einem bewusst „revolutionären“ künstlerischen Ideal bei Ravel, oder einfach an der Prägnanz seiner Einfälle und dem Willen, es niemandem recht zu machen und sich konsequent zwischen alle Stühle zu setzen? Dazu passt, dass viele Zeitgenossen und konservativ eingestellte Lehrer einige von Ravels Kompositionen als höchstens „mittelmäßig“ bewerteten. Wenn einem beim Hören der Einspielung seiner Klavierwerke durch den jungen Alfonso Gomez auf Anhieb solche Gedanken ins Bewusstsein schießen, dürfte dieser Interpret einiges richtig gemacht haben. Tatsache ist: Alfonso Gomez präsentiert Ravels Klaviermusik mit einer Intensität, dass man anders als vorher über diesen Komponisten nachdenkt.

 Gomez, Sohn spanischer Eltern und heute in Freiburg lebend, verzichtet bewusst darauf, dem engagierten Unterfangen dieser CD noch einen Arbeitstitel oder ein weiteres Etikett aufzudrücken. Mit „Piano Works Volume 1“ ist hier definitiv alles gesagt. Was vor allem die Hoffnung nährt, dass er diese Reihe noch weiterführt und komplettiert!

 Die von Ravel gewählten Titel geben genug vor. Alles andere wird im ebenso zupackenden wie hellsichtigen Spiel von Alfonso Gomez unmittelbar erfahrbar: Die Jeux d`Eeau lassen hier tatsächlich nichts anderes als solche Metaphern zu. Wie Gomez die feinziselierten Tongirlanden formt, wie er durch extreme Feinabstimmung Hintergründe koloriert und im Vordergrund zwischen himmelhoch jauchzender Stürmerei und tief lyrischer Reflexion schwindelerregende Fallhöhen auslotet, das stimuliert Bilder und evoziert Zustände.

 Gomez kann aber noch mehr, als nur die vielbeschworene „Sinnlichkeit“ durch ausgefuchste Anschlags-Raffinesse auf die Spitze zu treiben. Ravels Melodien brennen sich ja auch wegen ihrem genialen Minimalismus so tief ein. In seiner Pavane pour une infante défunte nimmt er sich zurück, reiht Töne in fast schon entwaffnender Kargheit aneinander - was dafür sorgt, dass die Musik auch lange nach dem eigentlichen Hören im Kopf nicht verstummen will!

 In den Miroirs, gefolgt von dem mächtigen Virtuosenstück Gaspard de la Nuit wird in neue tonmalerische Traumsequenzen abgehoben. Da bündeln sich verführerische Stimmungen und rätselhafte Melodik, werden tänzerisch-motorische Parts orgiastisch aufgeladen. Plötzlich erhebt sich in der Alborada die ganze glühende Leidenschaft eines spanischen Tanzes. Eindringlich läuten zuweilen die Totenglocken. Und auch die Momentaufnahme von einem Gehenkten am Galgen lässt es nicht an morbider Beklemmung mangeln.

 Abschließend betreibt das differenzierte, so tief verständige Spiel von Alfonso Gomez nochmal eine lebendige Geschichtsbetrachtung: La Valse lässt den Duft einer vergangenen Epoche atmen – aber das Bild bekommt andere, ironisch verfremdete Zwischentöne. Die differenzierte Farbpalette in diesem Spiel ist umfassend genug, dass Ravels Gratwanderung zwischen Verballhornung und Liebeserklärung ans Walzer-Genre selbst der Orchesterfassung von La Valse in keinem Moment unterlegen ist.

Stefan Pieper [22.12.2017]

 

 

Ritmo-Magazine has chosen the CD "M. Ravel, piano works vol. I" as one of the best 10 of the month (November 2017)

 

 

Excellent Review at Melómano Magazin, October 2017

 


Photos: © Annanou