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SoonNew CD-Release. Complete works for piano & piano concerto by Ramón Lazkano, KAIROS (Vienna)                 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

Neue Kritik an der Badischen Zeitung über das R. Schumann-Rezital!

 

Dann setzte sich der international renommierte Pianist und Dozent an den Musikhochschulen Freiburg und Stuttgart Alfonso Gómez an den Flügel, und schon mit der ersten Kinderszene "Von fremden Ländern und Menschen" legte sich ein spannungsgeladener Bann über den vollbesetzten Saal. Gómez hoch virtuoses Spiel machte wahr, was Schumann selbst über seine Musik sagte: "Kurz – man sieht alles." Die an sich schon bildhaften Überschriften wie "Hasche-Mann", "Bittendes Kind", "Ritter vom Steckenpferd" und "Fürchtenmachen" der Kinderszenen verwandelten sich in ihren vielfältigen Formen und Rhythmen vor dem geistigen Auge in Tönen gemalt in lebhafte Phantasiewelten.  


Waren die "Kinderszenen" in weiten Teilen noch gemütvoll, kontrastierten die Stücke der "Kreisleriana"i m zweiten Teil in ihrer rebellischen Wildheit diametral. Gómez trieb die Zuhörer in ein Gefühlschaos. Das lapidar mit "Äußerst bewegt" überschriebene erste Stück wurde unter seinen Händen zu dem Tonfeuerwerk, das dem "Ausflippen" des literarischen Vorbilds Kreisler bei dessen Vortrag der "Goldbergvariationen" bei einem "musikalischen Tee" in Hoffmanns Roman entsprach. Jähe Tonalitätswechsel von "Sehr innig" in "Sehr aufgeregt" meisterte Gómez mühelos. Unabhängig von der Dynamik erlangte jeder Ton bei ihm in den schnellsten Läufen Reinheit und Geltung. Mehr noch: Er befand sich im Diskurs mit ihnen, spürte ihnen nach, beglückwünschte sie mit Gesten. Es war, als ob er diese verzwickten äußeren und inneren Zusammenhänge mitspielte, sie ausstellte und ihnen diente. Und er brachte das Kunststück fertig, dabei noch selbst interpretatorische Position zu beziehen. Dies gelingt einem Meister wie Gómez nur dann, wenn er wie er, seinen Stoff vollkommen auswendig ohne Noten spielt.

Erich Krieger

 

 

 


Photos: © Annanou